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Im Oktober: Fatigue bei MS

Über 90 % aller Menschen mit Multipler Sklerose (MS) leiden im Verlauf ihrer Erkrankung an dem unsichtbaren MS-Symptom Fatigue. Sie gilt als eines der am stärksten belastenden Symptome der Erkrankung und hebt sich deutlich von einer normalen Müdigkeit ab. Die Fatigue wirkt sich auf sämtliche Lebensbereiche aus und kann einzeln oder in Kombination mit weiteren MS-Symptomen auftreten.

Trotz aller Willenskraft, reduziert die Fatigue die körperliche und geistige Energie. Sie zwingt Betroffene dazu, grundsätzlich alles langsamer anzugehen, da der gewohnte Rahmen an Aktivitäten nicht mehr möglich ist. „Manchmal ist man so müde, dass man einer Unterhaltung nicht mehr folgen kann.“

Was genau ist Fatigue?
Es gibt zwei Arten der Fatigue und eine Kombination: Die motorische Fatigue beschreibt die Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit. Die kognitive Fatigue mein das Ermüden durch mentale Aktivitäten. Und es gibt Betroffene , die unter einer Kombination aus beiden leiden.

Wie entsteht Fatigue?
Die Fatigue entsteht durch eine Verbindung aus direkten Schäden im zentralen Nervensystem, die eine Folge von komplexen gegenseitig sich verstärkenden beeinflussenden Faktoren darstellt. Experten unterscheiden zwischen einer primären Fatigue (direkt durch die MS) und einer sekundären Form (indirekt verstärkt). Die primäre Fatigue wird direkt durch entzündliche und neurodegenerative Prozesse der Grunderkrankung ausgelöst (beispielsweise durch Schäden im Gehirn durch Entzündungen). Die sekundären Faktoren sind Begleiterscheinungen oder Folgen der MS (Schlafstörungen, äußere Einflüsse wie Hitze auch bekannt als Uhthoff-Phänomen), die die Erschöpfung zusätzlich verschlechtern.

Mit Fatigue wird es nicht nur schwierig, den Alltag neu zu planen, auch im privaten Umfeld trifft man auf Unverständnis. Betroffene müssen sich meist erklären, (dass sie abends zu müde sind um Freunde zu treffen, ihre Berufstätigkeit reduzieren oder ganz aufgeben müssen). Außenstehende haben große Mühe den Unterschied zwischen alltäglicher Müdigkeit und die von Fatigue zu verstehen.

Therapie der Fatigue
Die Behandlung der Fatigue Symptomatik stützt sich überwiegend auf nicht-medikamentöse Maßnahmen: Hierzu zählen Energiemanagement, körperliches moderates Training und Hitzevermeidung/Kühlung. Bis heute gibt es speziell für die Fatigue mit MS keine zugelassenen Medikamente. Moderate körperliche Bewegung kann zur Reduzierung der Fatigue beitragen. Viele Betroffene können ihre Erschöpfung und ihren Mangel an Kraft nur schwer für sich und andere begreifbar machen. Ich möchte alle Betroffenen dazu ermutigen, ihr Fatigue Symptom schnell zur Sprache zu bringen. Denn jede Belastung die wegfällt, spart wertvolle Energie!

Am Ende noch eine interessante Information: Eine kürzlich in der Fachzeitschrift Multiple Sclerosis and Related Disorders veröffentlichte Studie weist darauf hin, dass Koffein die Fatigue bei MS Betroffenen mildern könnte. Die Teilnehmenden der Studie erhielten täglich über einen Zeitraum von zwölf Wochen entweder Tabletten, die 100mg Koffein enthielten (was in etwa zwei Tassen Espresso entspricht), oder ein Placebo. Im Vergleich zu Placebo verringerte Koffein die Fatigue der Teilnehmenden signifikant. Die Italiener lieben ihren Espresso schon lange – zu Recht, laut Studie.

„Nichts bringt uns auf unserem Weg besser voran als eine Pause.“
(Elizabeth Barrett Browning, 1806-1861)

Ob mit oder ohne Fatigue, die bewusste Pause mit einem Espresso kann ein effektives Mittel zum Abschalten sein – allen einen schönen Oktober!

Ihre "Bella"